Seit dem 12. März 2026 läuft auf LinkedIn ein grundlegend neues System hinter dem Feed: 360Brew, ein KI-Modell mit rund 150 Milliarden Parametern, das laut LinkedIns eigenem Engineering-Blog sämtliche bisherigen Einzelsysteme (Keyword-Abgleich, Trend-Module, Empfehlungslogiken) ersetzt hat. Statt Beiträge über Schlagwörter und Hashtags zuzuordnen, liest das System jetzt die eigentliche Bedeutung eines Textes – und genauso die eines Profils.
Der Verteilungsprozess läuft seither in drei klar abgegrenzten Phasen ab:
Innerhalb dieser Phasen zählt außerdem ein neuer, konkret benannter Faktor: Verweildauer, das Abspeichern eines Beitrags sowie inhaltlich substanzielle Kommentare wiegen inzwischen deutlich schwerer als einfache Reaktionen ("Gefällt mir"-Klicks).
Der Feed sucht nicht mehr nach Übereinstimmungen in der Wortwahl, sondern nach inhaltlicher Nähe. Ein Beispiel, das LinkedIn selbst nennt: Jemand, der sich für „Elektrotechnik" interessiert, aber viel mit Beiträgen zu „kleinen modularen Reaktoren" interagiert, bekommt beides zugeordnet – weil das Modell versteht, dass beide Themen fachlich zusammenhängen, auch ohne identische Begriffe.
Für die Sichtbarkeit deiner Beiträge heißt das:
Unabhängige Auswertungen bestätigen den spürbaren Effekt: Der Algorithmus-Report von Richard van der Blom (Analyse von 1,8 Millionen Beiträgen) zeigt, dass die Sichtbarkeit von Top-Creator-Inhalten von 15 % (2022) auf 31 % (2025) gestiegen ist – während die Sichtbarkeit "durchschnittlicher" Profile im gleichen Zeitraum von 57 % auf 28 % eingebrochen ist.
Auch wenn Hashtags für die reine Reichweite kaum noch etwas beitragen, sind sie deshalb nicht komplett bedeutungslos. Ein technisches Detail, das LinkedIn selbst so bestätigt hat: Die URL eines Beitrags wird aus der allerersten Zeile des Textes gebildet, sobald er veröffentlicht wird – und lässt sich danach nicht mehr ändern. Beginnt ein Beitrag direkt mit einem Hashtag oder einer inhaltsleeren Anmoderation, entsteht daraus eine wenig aussagekräftige URL. Der eigentliche Denkfehler beim Umgang mit Hashtags liegt also nicht darin, sie zu nutzen oder wegzulassen, sondern darin, sie als Reparatur für eine schwache Eröffnungszeile einzusetzen. Formuliert man die erste Zeile von Anfang an konkret und mit den passenden Begriffen, entsteht die aussagekräftige URL ganz automatisch – unabhängig davon, ob und wo im Beitrag später noch Hashtags stehen. Für die Sichtbarkeit in KI-Suchsystemen scheint ohnehin weniger die einzelne URL den Ausschlag zu geben als das Format insgesamt: Unabhängige Auswertungen von zitierten LinkedIn-Inhalten zeigen praktisch keinen Zusammenhang zwischen Hashtag-Nutzung und der Häufigkeit, mit der ein Beitrag von KI-Systemen zitiert wird.
Viele Unternehmerinnen und Unternehmer behandeln ihre Positionierung als reine Website-Aufgabe: einmal festgelegt, auf die Über-uns-Seite geschrieben, nie wieder angefasst. In der Praxis sieht das dann oft so aus:
Für Menschen wirkt das häufig einfach unentschlossen. Für ein System, das Bedeutung zuordnen soll, ist es etwas Konkreteres: nicht auswertbar. Kann der Algorithmus nicht erkennen, wofür ein Profil eigentlich steht, kann er auch nicht zuverlässig entscheiden, wem er die Inhalte zeigen soll.
Eine einfache Methode, die eigene Konsistenz zu prüfen: Nimm deine LinkedIn-Headline, die ersten zwei Zeilen deines Info-Textes und die Eröffnungssätze deiner letzten fünf Beiträge nebeneinander. Stelle dir dann eine Frage: Benennen alle drei dasselbe konkrete Problem, für dieselbe Zielgruppe, in den Worten, die diese Zielgruppe selbst dafür verwenden würde? Wenn die Antwort eher nach einer Branche oder einem allgemeinen Themenfeld klingt als nach einem echten Problem – lohnt sich ein zweiter Blick auf die eigene Positionierung.
Der Algorithmus liest nach Bedeutung – aber ob deine Positionierung überhaupt eine klare Bedeutung hat, entscheidest weiterhin du.
Ein einfacher Weg, die eigene Konsistenz mit KI-Unterstützung zu prüfen: Trag deine LinkedIn-Headline, die ersten Zeilen deines Info-Textes und die Eröffnungssätze deiner letzten Beiträge in ein KI-Tool ein und lass sie so auswerten:
Der letzte und eigentlich wichtigste Test läuft dann ganz ohne Tool: Würden deine letzten drei Kundinnen oder Kunden das Ergebnis lesen und denken "genau das war meine Situation"? Falls nicht, wurde meist eher eine Branche oder ein Themenfeld benannt als ein echtes Problem – und genau da lohnt sich die nächste Überarbeitung.
Quellen: LinkedIn Engineering Blog (März 2026) zu 360Brew; Berichterstattung von Search Engine Land und Social Media Today (März 2026); Algorithm InSights Report 2025 von Richard van der Blom (Analyse von 1,8 Mio. Beiträgen); LinkedIns eigene Leitlinien zur Post-URL-Bildung (Juni 2026); unabhängige Auswertungen zu KI-Zitierhäufigkeit von LinkedIn-Inhalten; aktuelle Fachberichterstattung (2026) zu Verteilungsphasen und Ranking-Signalen.
Hinweis: Dieser Beitrag wurde von mir mit Unterstützung von KI recherchiert und zusammengestellt. Er ist eine Zusammenfassung öffentlich zugänglicher Informationen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für die Richtigkeit und Aktualität der Inhalte wird keine Haftung übernommen. LinkedIns Algorithmus wird fortlaufend weiterentwickelt – bitte prüfe insbesondere technische Details eigenständig, bevor du sie für eigene Strategieentscheidungen verwendest.